Digitale Auszeit: Handy nachts auf Flugmodus

Eltern können es nur schwer ertragen, wenn ihre heranwachsenden Kinder wiederholt über Kopfschmerzen klagen. Doch in den meisten Fällen wissen sie nicht, wie sie den Jugendlichen helfen sollen. Experten raten, möglichst frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen. Denn der Neurologe kann die Ursache der Schmerzattacken mithilfe einer körperlich-kinderneurologischen Untersuchung und einer ausführlichen Erhebung der Umgebungsbedingungen abklären. „Dabei lassen sich Hinweise für das Verständnis und die Überwindung der Kopfschmerzen gewinnen“, erklärt Dr. Raymund Pothmann. Der Hamburger Facharzt für Neuropädiatrie und Spezielle Schmerztherapie empfiehlt betroffenen Jugendlichen, als Basis jeder Therapie ein Kopfschmerztagebuch zu führen.  Auf diese Weise ließen sich individuelle Belastungsfaktoren sowie mögliche Auslöser und Verstärker der Schmerzanfälle ausmachen. Unter www.initiative-schmerzlos.de finden sich weiterführende Tipps für eine angemessene Schmerzbehandlung, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten ist.

 

Digitale Auszeit: Handy nachts auf Flugmodus

Mithilfe einer ausführlichen Anamnese kann der Facharzt die Schmerzen besser einordnen und die Betroffenen über angemessene Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung informieren. Möglicherweise können schon schlichte Änderungen des Lebensstils zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Dr. Astrid Gendolla empfiehlt nicht nur, auf geregelte Schlafzeiten zu achten und ausreichend kalorienarme und zuckerfreie Getränke zu trinken, sondern auch digitale Auszeiten einzuhalten. „Ein Beispiel wäre, das Handy nachts auf Flugmodus zu stellen“, rät die Neurologin aus Essen. Ausreichend Sport und Bewegung an frischer Luft seien gerade für Jugendliche in der Pubertät wichtig. Von Alkohol und Zigaretten sollten Betroffene nach Möglichkeit die Finger lassen, warnt die Spezialistin, die zur Aufklärung ihrer Patienten spezielle Kopfschmerzkurse anbietet.

 

Entstehung von Kopfschmerz vermeiden

Weder in der Schule noch in der Ausbildung können sich Jugendliche häufige Fehlzeiten aufgrund von Kopfschmerzattacken leisten. Das Bewusstsein, die Schmerzen kontrollieren zu können, ist für sie deshalb von besonderer Bedeutung. So lässt sich möglicherweise verhindern, dass sich im Erwachsenenalter chronische Kopfschmerzen entwickeln. Eines sollte Betroffenen nach den Erfahrungen von Prof. Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers jedoch klar sein: „Wiederkehrende Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, kann man nicht „heilen“ oder von heute auf morgen abstellen.“ Daher sollten Patienten alles tun, um bereits die Entstehung der Kopfschmerzen zu vermeiden. Regelmäßige Maßnahmen zur Stressbewältigung, Entspannungsübungen oder Ausdauertraining gehörten zu den gängigen Methoden.

 

Umgang mit Medikamenten lernen

Im akuten Schmerzfall könnten Massagen, Akupressur oder japanisches Heilpflanzenöl zur Linderung beitragen. Nach der Einschätzung des Neurologen aus Coppenbrügge spiele letztlich die rechtzeitige und bestimmungsgemäße Gabe von Schmerzmitteln in einer für Jugendliche angemessenen Dosierung eine entscheidende Rolle bei der Schmerzbehandlung.  Allerdings sollte dabei auf eine gelegentliche Einnahme (nicht häufiger als zehn Tage im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander) geachtet werden. Generell müssten die Jugendlichen lernen, dass Schmerzmittel bei akutem Schmerz sinnvoll sind, aber bei chronischen Schmerzen keine alleinige Lösung darstellen. (djd).

 

Weitere Informationsquellen für Interessierte: – Tipps für eine angemessene Schmerzbehandlung, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten ist: www.initiative-schmerzlos.de – Hintergründe zur Kopfschmerztherapie auf der Internetseite der deutschen Migräne– und Kopfschmerzgesellschaft: www.dmkg.de – Neuste Forschungsergebnisse und Links zu Selbsthilfegruppen auf der Internetseite der Migräne-Liga e.V.: www.migraeneliga.de(djd).

 

 

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